DSG PfingstTour2026~3: Ausflug nach Marostica und Bassano del Grappa

Motiv des Tages: Bassano del Grappa mit seiner berühmten Holzbrücke.
Bassano im Blick – und später Grappa im Glas.

Ein Tag zwischen mittelalterlichen Mauern, sanften Voralpenhügeln und der Welt des Grappa

Der dritte Tag der Tour beginnt erneut in Cittadella. Die Stadt wirkt am frühen Morgen noch ruhig, als die Route durch eines der Stadttore hinausführt und sich in die offene Ebene nördlich öffnet. Die Landschaft ist hier weit und leicht gewellt, ein Übergang zwischen der venetischen Tiefebene und den ersten Ausläufern der Voralpen. Schon früh wird klar, dass dieser Tag stärker von Kultur und regionaler Identität geprägt sein wird – von Orten, die für ihre Handwerkskunst, ihre Geschichte und ihre kulinarischen Traditionen bekannt sind.

Von Cittadella Richtung Bassano – ein sanftes Einrollen

Die ersten Kilometer führen an vertrauten Punkten vorbei: den Stadttoren, dem Palazzo Pretorio, dem cipresso delle paludi. Danach öffnet sich die Landschaft, und die Route verläuft durch ein Mosaik aus Feldern, kleinen Gehöften und vereinzelten Villen wie Villa Giustinian oder Villa Cà Diedo, die jeweils etwas abseits liegen. Die Strecke bleibt flach, ideal zum Einrollen, bevor sie sich allmählich Richtung Norden orientiert.

Kurz vor Bassano del Grappa tauchen erste Hinweise auf die lokale Industriegeschichte auf – etwa die Bolle di Nardini, ein modernes architektonisches Zeichen der ältesten Grappa‑Destillerie Italiens. Die Region lebt seit Jahrhunderten von Handwerk, Landwirtschaft und der Verarbeitung von Trauben und Trester. Diese Verbindung wird im Laufe des Tages noch eine zentrale Rolle spielen.

Bassano del Grappa – Stadt am Fuß der Berge

Die Route erreicht Bassano über die südlichen Zufahrten. Die Stadt liegt eingebettet zwischen Fluss und Hügeln, ein historischer Knotenpunkt zwischen Venetien und dem alpinen Raum. Zahlreiche Palazzi, Kirchen und Museen liegen seitlich der Strecke – vom Tempio Ossario bis zum Museo Civico –, doch der Weg führt zunächst weiter Richtung Zentrum.

Ein markanter Orientierungspunkt ist die Ponte degli Alpini, die berühmte Holzbrücke über den Brenta. Auch wenn sie nicht direkt angefahren wird, prägt sie das Stadtbild und erinnert an die enge Verbindung Bassanos mit den Alpini‑Truppen und der Geschichte des Ersten Weltkriegs.

Besuch im Grappa Museum Jacopo Poli – ein Blick in die Seele der Region

Der erste tatsächliche Programmpunkt des Tages ist das Grappa Museum Jacopo Poli. Das Museum liegt im historischen Zentrum und bietet einen kompakten, aber eindrucksvollen Einblick in die Geschichte des Grappa – von den frühen Brennblasen über die Entwicklung der Destillationstechnik bis hin zu den modernen Verfahren. Die Ausstellung zeigt, wie eng die Spirituose mit der lokalen Landwirtschaft verbunden ist und wie sich aus einem einfachen Nebenprodukt der Weinherstellung ein hochwertiges Destillat entwickelt hat.

Der Besuch vermittelt nicht nur technisches Wissen, sondern auch ein Gefühl für die kulturelle Bedeutung des Grappa in Venetien: ein Produkt, das Tradition, Handwerk und regionale Identität verbindet.

Weiterfahrt nach Marostica – ein leicht ansteigender Abschnitt

Hinter Bassano führt die Route in Richtung Osten. Die Landschaft beginnt sich zu verändern: Die Ebene wird welliger, die Hügel der Voralpen rücken näher. Villen wie Villa Giusti, Villa Cà Rezzonico oder Villa Giusti del Giardino liegen seitlich, bevor die Strecke allmählich an Höhe gewinnt. Der Anstieg bleibt moderat, aber spürbar – ein natürlicher Übergang in die Hügellandschaft rund um Marostica.

Marostica – die Stadt des lebenden Schachspiels

Die Route erreicht Marostica über die südliche Zufahrt. Die Stadt ist berühmt für ihre mittelalterliche Struktur und die beiden Burgen, die über dem Ort thronen. Der zentrale Platz, die Piazza degli Scacchi, wurde tatsächlich besucht. Er ist vollständig mit einem Schachbrettmuster ausgelegt und bildet alle zwei Jahre die Bühne für das berühmte „Partita a Scacchi“, ein Schachspiel mit lebenden Figuren in historischen Kostümen.

Der Platz wirkt selbst an ruhigen Tagen wie eine Bühne: umrahmt von Arkaden, mit Blick auf das Castello Inferiore und der Verbindung hinauf zum Castello Superiore, das über den Hang wacht. Marostica zeigt sich als Stadt, die ihre Traditionen pflegt, ohne museal zu wirken – lebendig, handwerklich geprägt, mit einer starken regionalen Identität.

Durch die Hügellandschaft Richtung Schiavon

Hinter Marostica führt die Route weiter durch ein leicht hügeliges Gebiet. Die Straße verläuft zwischen Obstgärten, kleinen Weingütern und verstreuten Gehöften. Die Höhenmeter bleiben moderat, doch die Landschaft wirkt abwechslungsreicher als am Morgen. Gedenktafeln, kleine Kapellen und Aussichtspunkte wie der Col di Grado liegen seitlich und erinnern an die lange Siedlungsgeschichte der Region.

Poli Distillerie in Schiavon – Führung und Verkostung

Der zweite tatsächliche Besuch des Tages führt nach Schiavon, wo die Poli Distillerie liegt. Die Führung zeigt die moderne Seite der Grappa‑Herstellung: Edelstahl, präzise Temperatursteuerung, klare Linien. Gleichzeitig bleibt die Verbindung zur Tradition spürbar – in den alten Brennblasen, den Holzfässern und den Erzählungen über die Familie Poli, die seit Generationen im Geschäft ist.

Die Verkostung bildet den sinnlichen Abschluss dieses Besuchs. Unterschiedliche Grappa‑Sorten zeigen, wie vielfältig das Destillat sein kann – von kräftig und würzig bis weich und aromatisch. Die Region präsentiert sich hier nicht nur kulturell, sondern auch kulinarisch in ihrer ganzen Tiefe.

Rückweg durch die Ebene

Nach Schiavon führt die Route wieder in die offene Ebene zurück. Der Brenta liegt erneut seitlich, und die Landschaft wirkt am Nachmittag ruhig und weit. Ein letzter Blick auf die Seen und Kiesgruben wie den Bacino Ex Cave Giaretta begleitet die Fahrt, bevor die Strecke über ruhige Wege zurück nach Cittadella führt.

Ausklang des Tages

Der Mauerring von Cittadella taucht schließlich wieder auf, ein bereits vertrauter Anblick. Abschließend steht noch eine Runde zu Fuß auf der Stadtmauer auf dem Programm – ein ruhiger, eindrucksvoller Ausklang über den Dächern der Stadt.

Der Tag verbindet drei Ebenen der Region: die mittelalterliche Welt Marosticas, die lebendige Stadt Bassano und die handwerkliche Tradition des Grappa. Eine Etappe, die zeigt, wie vielfältig Venetien zwischen Ebene und Voralpen sein kann.

 

 

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