Jede Geschichte beginnt irgendwann. Genau gesagt 1990, und zwar mit einem Ende. Als ich mich in diesem Jahr entschloss, die klassische Leinwand ruhen zu lassen, sahen viele darin eine Abkehr. Doch der Virus Creativus erlitt keinen Stillstand; er suchte sich lediglich ein neues Gehäuse. In dieser mehr als 30 Jahre langen Phase widmete ich mich als schöpferischer „Überläufer“ den digitalen Technologien.
if (canvas.ruht) {
creativeEnergy.target = "pure_logic";
}
Die Algorithmen der Lernprogramme und das Design von Webstrukturen wurden zu meinen neuen Ateliers. Logik wurde zu meiner Ästhetik. Wo früher großflächige Monotypien in übereinanderliegenden Farbschichten den Raum einnahmen, traten nun Delphi-Strukturen und die Programmierung für die Weboberfläche an die Stelle des Pinsels.
Die Programme sind genauso meine Kinder wie es die Bilder vorher waren.
PHP, JavaScript und dynamisches HTML waren die Werkzeuge dieser dreißigjährigen Phase. Was nach außen wie eine konsequente Abkehr wirkte, war in Wahrheit jedoch nie ein totaler Stillstand. Es war das Resultat eines unbändigen Spieltriebs. So kehrte ich im Webprojekt
Nachtaugen → mit einer JavaScript-Anwendung zur kombinatorischen Idee der späten 80er zurück: Ein Algorithmus entwarf Formen nach ästhetischen Richtlinien – gefüttert von den jeweils aktuellen Lottozahlen, die der Code direkt von der österreichischen Lottogesellschaft abrief.
Und es gab sie, die realen Ausnahmen im physischen Raum: Ab den frühen 2000er-Jahren folgten sporadische, handfeste Rückbegegnungen mit der Kunst in Form von Auftragsarbeiten im öffentlichen Raum der Heimatgemeinde.