Runde zwischen Mureck und Pernica

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Die neue Radfahrerbrücke über die Mur eröffnet direkten Zugang zum bisher eher verschlossenen Teil dieser Region.

Der Ausgangspunkt liegt erneut in Mureck, doch diese Runde setzt einen anderen Akzent. Direkt an der Stempelstelle der Vulcania300 beginnt die Tour mit einem klaren Hinweis darauf, dass diese Region längst als zusammenhängender Bewegungsraum verstanden wird – jenseits administrativer Grenzen.

Die Strecke bleibt zunächst ruhig und übersichtlich. Über Weitersfeld an der Mur hinweg führt sie durch eine locker strukturierte Abfolge kleiner Ortschaften in eine offene Kulturlandschaft, die weniger durch markante Punkte als durch ihre gleichmäßige Struktur geprägt ist. Genau daraus ergibt sich ein angenehmer Fahrfluss, der Raum für Orientierung und Rhythmus lässt.

Schon nach wenigen Kilometern zeigt sich dann eine der entscheidenden Neuerungen dieser Strecke. Bei Oberschwarza ermöglicht eine erst kürzlich errichtete Rad- und Fußgängerbrücke die Querung der Mur. Was früher Umwege oder klare Richtungsentscheidungen erforderte, wird damit zu einer fließenden Verbindung. Gerade für Rundtouren eröffnet sich hier eine neue Qualität: Die Mur ist nicht mehr nur begleitendes Element oder Grenze, sondern flexibel integrierbar in die Routenführung.

Mit der Annäherung an Ceršak erfolgt der Übergang nach Slowenien beinahe unmerklich. Vorbei am früheren Grenzort Šentilj führt die Route weiter in die Hügellandschaft hinein.

Bei Zmrzlek verdichtet sich der Verlauf kurz, bevor sich mit Polički Vrh eine offenere Passage anschließt. Hier prägen die Ausläufer der Slovenske gorice das Bild – sanfte Höhenrücken, weite Blicke und eine Landschaft, die in ruhigen Linien organisiert ist. Rund um Jarenina wird dieser Charakter besonders greifbar. Historisch gehört dieses Gebiet zu den Weinbauzonen der ehemaligen Untersteiermark, deren Strukturen bis heute sichtbar sind. Die Verbindung von landwirtschaftlicher Nutzung und gewachsenen Siedlungsformen verleiht diesem Abschnitt eine eigene Dichte, ohne unruhig zu wirken.

Mit Pernica öffnet sich die Landschaft erneut etwas. Der See in der Nähe bringt Weite ins Bild, bevor mit der Čepova kapelica exemplarisch eines jener Kleindenkmäler auftaucht, die diese Region durchziehen. Sie stehen stellvertretend für eine Vielzahl ähnlicher Bauwerke entlang der Strecke – Hinweise auf historische Wege, lokale Frömmigkeit und oft auch persönliche Geschichten. Gerade in dieser Häufung werden sie zu einem prägenden Element der Landschaft.

Der weitere Verlauf über Močna und in Richtung Gradišče bleibt gleichmäßig, gewinnt aber leicht an Profil. Der Abschnitt zählt auch fahrtechnisch zu den markanteren: Hier findet sich der spürbarste Anstieg der gesamten Runde. Er bleibt moderat, zieht sich jedoch über mehrere Kilometer und verlangt eine gleichmäßige Krafteinteilung – weniger steil als ausdauernd.

Über Ornik, Ritiže und Spodnje Hlapje hinweg zeigt sich anschließend wieder der typische Charakter der Region: verstreute Dörfer, weite Felder und ein Wegenetz, das sich eng an die natürlichen Linien des Geländes anpasst. Auch Zgornja Velka und Trate fügen sich nahtlos in dieses Bild ein, bevor sich mit Vratji Vrh langsam die Rückrichtung ankündigt.

Die Annäherung an Mureck bringt schließlich wieder eine historische Dimension ins Spiel. Der Figurenbildstock des Johannes Nepomuk verweist auf die lange Bedeutung der Mur als Verkehrsweg und verbindendes Element. Gerade an Flussübergängen steht er sinnbildlich für Schutz und Kontinuität in einer Region, die über Jahrhunderte hinweg von Wandel geprägt war.

Mit der Rückkehr zur Stempelstelle schließt sich die Runde. Was diese Tour besonders macht, ist weniger ein einzelner Höhepunkt als die neue Verbindungslinie selbst: Die zusätzliche Murquerung bei Oberschwarza verändert die Logik der Routenführung und macht aus bekannten Landschaftsteilen eine neu kombinierbare Einheit. Die Grenzregion wird dadurch nicht nur erfahrbar, sondern aktiv neu erschlossen.

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